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staubige Stufen

In Reisebericht on 29. Juni 2009 at 5:54 pm

Im Südwesten der USA findet man viele Nationalparks, die viel und oft besucht werden. Neben Grand Canyon, Zion Nationalpark und Bryce Canyon gibt es aber noch andere, weniger bekannte und ebenso schöne Parks. Dazu kommen die  „National Monuments“, die kleinen Schwestern der Nationalparks . Einer davon ist das Grand Staircase Escalante  National Monument.

Reisebericht

Jeder den den Bryce Canyon besucht ist begeistert, wie weit man von den zahlreichen Viewpoints über die unendlich schöne Landschaft blicken kann. Und genau diese schöne Landschaft bildet das  fast acht Quadratkilometer große  Grand Staircase Monument.  Weiße und rote Felsformationen, hohe Plataus und weite Ebenen, auf die die wenigen Wolken ihre Schatten werfen. Ich war begeistert und wollte dies alles von nahem sehen. Also bin ich losgefahren – über die Utha 12 bis in das Örtchen Cannonville. Gerade einmal 150 Einwohner hat das kleine Örtchen.  Immer wieder denke ich über diese Leute nach, die hier wohnen. Was bewegt sie sich gerade hier nieder zu lassen. Dort biege ich ab in Richtung Grand Staircase. Ich will durch das gesamte Gebiet bis zum Lake Powell fahren. Mein Navi veranschlagt dafür gerade mal 1,5 Stunden.

Schnell merke ich warum. Großzügigerweise werden die sogenannten „Dirt Roads“, also Schotter und Sandpisten auch zu den Straßen gezählt und sollten im Navi deaktiviert werden. Ich aber schlittere mit meinem Chrysler Sebring gefährliche Sandpisten entlang. Ich entdecke auch vereinzelte Briefkästen und abgelegene Gehöfte. Horrorfilme huschen durch mein Gehirn… Hier spielen diese also. Wer lebt denn hier? Und wovon?Ich steige aus und blicke über die trockene Landschaft. Solch eine Einsamkeit gibt es selten. Solch eine Stille gibt es selten. Es gibt allerdings einige schöne Wüstenblumen, tolle Ausblicke im Grand Staircase, aber absolut keine befestigten Straßen.

Nach 40 Minuten herumgeirre habe ich genug und fahre zurück. Drei Stunden später bin ich dank eines riesigen Umweges rund um das Gebiet endlich am Lake Powell angekommen. Dennoch bin ich um eine Erfahrung reicher. Und ich war mittendrin. Ich habe in der Wüste gestanden, heraufgeschaut zum Byce Canyon und mich gefreut. Hier war bestimmt noch kein Tourist. Zumindest nicht mit einem Chrysler Sebring…

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Märchenwald

In Reisetipp on 27. Juni 2009 at 6:16 pm

Reisetipp

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist eine absolute Ausnahme im kargen Deutschland. Während in den USA weite Teile der Landschaft brach liegen oder geschützt sind, in Kanada endlose  Wälder naturbelassen das Land bedecken, gibt es in Deutschland fast nur Siedlungen oder Agrarfläche. Das es auch hier Nationalparks gibt, das wissen nur die wenigsten. Und unter allen ist der Bayerische Wald vielleicht der schönste.

Es ist ein naturbelassener Wald, der verfallen darf – der verrotten darf. Bäume liegen quer, Moos wächst an Steinen, Farne bedecken Lichtungen. Ein Märchenwald.

Wer den Märchenwald besuchen will, erwandert diesen am besten über die 300 km Wanderwege. Erste Infos gibt es am Parkeingang in Neuschönau. Dort befindet sich das „Hans Eisenmann-Haus“. Und das beste ist, das sieht auch aus wie ein echtes amerikansiches Nationalparkinfozentrum.

Der Tempel des liegenden Buddha

In Reisebericht on 20. Juni 2009 at 9:32 pm

Reisebericht

Er liegt ganz entspannt da, wie unsereins wenn er auf der Couch liegend ein Fußballspiel verfolgt. Ein leichtes Lächeln auf den Lippen, als ob sein Lieblingsteam gerade deutlich in Führung liegt. Die Augen sind leicht geschlossen, offensichtlich verliert das Spiel die Spannung..

Kein Wunder, dass diese Pose Buddhas der „ruhende Buddha“ genannt wird. Im Wat Pho in Bangkog unweit des Königspalast ruht eine riesiege Statue Buddhas. 46m lang und komplett vergoldet liegt sie dort, traditionell auf den rechten Am gestützt. Außgenommen von der vergoldung sind nur die mit Perlmut besetzten Fußsohlen.

Wat Pho ist einfach zu finden, vor dem Königspalast stehend geht man einfach nach links. Die wenigsten schaffen es aber bis zum Wat. Nach wenigen Metern wird man von einem gut gekleideten Thai freundlich angesprochen, wohin man den wolle.

„Wat Po, reclining Buddha, yes yes. Is closed. Monks are praying“.


Geschlossen sei der Wat Po, da sich dort die Mönche gerade zum Gebet treffen. Aber es gäbe weitere schöne Buddha Statuen. Und zack sitzen die armen Touristen im eilig herbeigewunkenen Tuk Tuk und werden von Geschäft zu Geschäft gefahren. Unsereins Thai erfahren weicht den Schleppern natürlich schnell aus. Wenige Meter später die selbe Masche. Die Touristen, die dem ersten Schlepper nicht geglaubt haben, werden nun wohl unsicher. Der dritte Schlepper noch ein Stückchen weiter ist auch schon schlechter gekleidet. Er bekommt wohl nur noch die ganz hartnäckigen Touris ab.

Der Vorteil dieser Schlepperbande ist, das Wat Pho relative wenig besucht wird. Und eindrucksvoll ist er auf jeden Fall, der riesige Buddha und die 4 großen Chedis des Wat!

Review: Verlorenes Lachen in Antalyas Basar

In Reisebericht on 20. Juni 2009 at 9:36 am

Grand Basar Istanbul Türkei

Reisebericht

Ali, verkauft T-Shirts in Antalyas Basar. Dort hat schon lange der Pauschaltourismus Einzug gehalten. Nichts ist mehr zu spüren von den dunklen Gängen und dem geschäftigen Treiben eines echten orientalischen Basars, so wie es im Jahre 1996 noch zu spüren war. Heute gibt es ein Glasdach statt Wellblech. Statt türkischer Sprache hört man nur deutsch. Ali kennt noch die guten alten Zeiten des Basars. Damals waren die deutschen Gäste noch Freunde und nicht Milchkühe die es zu melken gilt. „Touristen bringen Geld, Geld macht die Menschen schlecht“ sagt Ali. Recht hat er. Schaut man sich die Händler an, fällt einem auf wie jung alle sind. Vor einigen Jahren war das noch anders. Das Handeln, einst das Herz des Basars ist verkommen. Festpreise und aggressives Handeln prägen heute das Bild. Mit Ali kann man aber noch auf die alte Art handeln. Und zwar ein Handeln voller Lachen und Lächeln.

Zuerst gibt es aber einen Tee. „Apfeltee? Gut für Gesundheit“. Na dann kann ja nichts mehr passieren. Ali verlangt einen unglaublich hohen Preis für das läppische T-Shirt. Mit einem Lachen wendet man sich ab, tut so als würde man den Laden verlassen . Alles nur ein Spiel, man hat den Tee ja noch in der Hand. Ali spielt natürlich mit: „Halbe Preis!“ ruft er mir nach, voller gespieltem Entsetzen über den verlorenen Kunden. Ich bleibe hart. mit einem Gesichtsausdruck voller Schmerz über meinen beleidigt niedrigen Preis steckt Ali beide Hände in die Tasche und zieht das Innenfutter nach außen: „Ich bin ein armer Mann, leere Taschen!“ wimmert er. Natürlich mache ich es ihm nach, meine Taschen sind genau so leer. Ein Funkeln der Freude in Alis Augen. Er pfeffert seine Slipper in eine Ecke des Ladens: „Schau, Loch in Socken, ich hab kein Geld für neue!“. Ich greife neben mich, eine große Packung gefälschter Armani Socken. „Nimm doch die aus deinem Laden?“ sag ich. „Ich hab nichtmals Schuhe!“ jammert Ali.

Großartiger Schachzug, hat er doch gerade erst seine Schuhe in die letzte Ecke des Ladens geschmissen. Ich muss bewundernd eingestehen, dass mir nichts mehr einfällt. Ali ist doch ein Händler des alten Schlages. Ich trink noch einen Tee, schwatze ein bisschen mit Ali und kaufe dann das T-Shirt und die Socken zusammen für genau 50 % des ursprünglich für das T-Shirt veranschlagten Preis. Ali lacht vor Freude und wendet sich einem dickbäuschigen Deutschen zu. „5 Euro mehr nicht“ bafft der Ali an. Ich kann spüren wie Ali mir sehnsuchtsvoll hinterherschaut.

Neues Gesicht für Weltreiselust

In News on 19. Juni 2009 at 12:15 pm

Neu

Weltreiselust soll ein Magazin sein. Zum virtuellen blättern, zum stöbern und entdecken. Kein klassischer Blog. Deswegen gibt es Weltreiselust nun als Magazin. Außerdem würde ich mich freuen wenn ich weitere Autoren gewinnen könnte. Also wenn Sie liebe Leser einige Geschichten zu erzählen haben, melden Sie sich bei mir!

Viele Grüße und weiterhin viel Spaß auf der Seite
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