weltreiselust

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Nachlese: Magnolien aus Zucker

In Reisebericht on 23. Oktober 2009 at 11:00 am

Die Magnolia Bakery im West Village
Es gibt einen Ort in New York, da musste man vor kurzem zu jeder Zeit des Tages und an jedem Tag der Woche in einer Schlange stehen. Nein es handelt sich in diesem Falle nicht um das Empire State Building (wobei man dort tatsächlich immer anstehen muss), sondern um ein kleines Backsteingebäude im Village. Die Magnolia Bakery wurde leider durch eine kurze Erwähnung in der Serie Sex and the City über Nacht berühmt. Heute ist der Ruhm ein wenig verblasst, genau wie die Schönheit der alternden Schauspielerinnen. Dennoch ist dieses Plätzchen Stadt etwas ganz besonderes. Das Village in dieser Gegend wirkt wie die ruhigen Ecken von Paris, London oder Wiesbaden. Es ist ruhig, der Verkehr hält sich in Grenzen und die Bäume sind fast so hoch wie die Häuser. Die Häuser bestehen auch nicht aus Glas oder Stahl, sondern aus beruhigend rotem Backstein. Die Magnolia Bakery selbst ist pittoresk mit blauen Jalousien ausgestattet und schmiegt sich an die Ecke Bleeker Street und die 11te westliche Straße.

Doch nicht das Exterieur ist das besondere an diesem Gebäude, auch nicht das Interieur, sondern vor allem der Duft der aus kleinen Ritzen der alten Türen und Fenster dringt. Ich selbst kannte sie nicht die Magnolia Bakery als ich vor zwei Jahren durch die kalten und winterlichen Straßen des West Vilage spazierte und es war dieser Duft, der mich ins innere zog. Und dort stand ich dann wie ein Kind in Charlies Schokofabrik und schaute staunend auf die Auswahl an Köstlichkeiten. Mit Schocko und Streuseln in grün und rosa und weiß lachten sie mich an, die berühmten Cupcakes der Magnolia Bakery. Aber wie es so ist mit den Berühmtheiten der Stadt, sie werden berühmt und dann kommerziell. Mittlerweile gibt es auch eine Außenstelle am Rockefeller Center und in der Upper West Side. Und am Wochenende, wenn sich die Schlangen bilden, sinkt die Qualität der süßen Kunstwerke mit der Menge der Bestellungen. Deswegen sollte man morgens früh an einem langweiligen Wochentag einfach der Nase nach gehen. Mit etwas Glück ist man allein dort….

Traumziel: New England im Indian Summer

In Reisetipp on 22. Oktober 2009 at 3:28 pm

Wenn es im Herbst im Nordosten der USA die Temperaturen steigen und sich die Blätter langsam rot färben, dann beginnt der berühmte Indian Summer. Die Jahreszeit die in Deutschland den lapidaren Titel Altweibersommer trägt. Der Südosten Kanadas, der Osten der USA bis runter in Richtung mittlerer Westen färbt sich in tausend Farben, der Sommer kehrt ein letztes Mal zurück und die Menschen drängen nach draußen. Den danach wird es bitterkalt. Zweistellige Minusgrade sind in den Neu England Staaten im Winter die Regel. Die Sommer vor diesem Herbstreigen sind oft sehr heiß. Gewitter, Tornados und Trockenperioden wechseln sich in schneller Folge ab.

Warum diese Jahreszeit „Indian Summer“ heisst weiß man heute nicht mehr. Die älteste Nennung des Begriffes stammt aus dem Jahre 1778. Viele Mythen ranken sich um die wahrscheinlich indianische Herkunft des Begriffes. Eine populäre Deutung sagt, dass in dieser wichtigsten Jagsaison der Indianer das Blut der erlegten Bären in die Erde fließt, von den Bäumen aufgenommen wird und die Blätter damit rot färbt. Je roter das Laub leuchtet, desto besser war die Jagt und desto besser kann der Stamm den schweren Winter überstehen.

Indian Summer

Wie auch dieses Jahr geht dem Indian Summer eine kurze Zeit des Frosts und Schneefall voraus, bevor die Temperaturen plötzlich wieder auf bis zu 20 Grad Celsius ansteigen können. Es sind noch ein paar Wochen Zeit, bevor der Indian Summer Ende November in den kalten Winter übergeht. Vielleicht ist ja noch ein wenig Zeit dieses Traumziel zu besuchen.

Traumziel: Atacama

In Reisetipp, Weltreise on 2. Oktober 2009 at 11:42 am

Es ist der trockenste Ort der Erde. Es regnet an manchen Stellen nur alle 6-10 Jahre kurz aber heftig, immer wenn El Ninó ist. Andere Wetterstationen aus dem 19 Jahrhundert haben noch nie einen einzigen Tropfen Regen aufgezeichnet. Wie kann eine solch unwirtliche Gegend ein Traumziel sein? Wie ist es überhaupt möglich diese trockenste aller Wüsten zu bereisen?

Die Atacama liegt im Norden Chiles und damit in einem der politisch stabilsten Länder Südamerikas. Einen Großteil der Entdeckungen in und um die Atacama verdanken im übrigen wir einem mutigen Österreicher, Thaddäus Haenke. Dieser reiste ab ca. 1790 ganz alleine durch den Westen des Südamerikanischen Kontinents und entdeckte die zahlreichen Wunder der Atacama. Aktuell widmet der ZDF Dokukanal dem österreicher eine umfangreiche Dokumentation.

Die unglaubliche Trockenheit der Atacamawüste scheint unglaublich, wenn man die zahlreichen Wolken und Hochnebel an dern Wüstenbergen sieht, doch dieser Nebel der vom Meer her über die Berge zieht löst sich in den warmen Aufwinden schnell auf, bevor sich Regenwolken bilden können. Im Hintergrund der wenigen Salzseen türmen sich die schneebedeckten Anden in die Höhe.  Eine ganz besondere karge Form der Naturschönheit.

Zu sehen gibt es eine Menge. Die Salzseen wie der Salar Uyuni (Bild oben) mit unglaublich türkisem Wasser und endlosen Salzwaben. Das Tal des Mondes (Bild unten) oder die Süßwasseroase und Heimat hunderter Flamingos San Pedro.

Also doch ein Traumziel, oder?