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Nachlese: Krokodile im Grünen

In Reisebericht, Reisetipp on 26. August 2009 at 9:40 am

Wat Benchamabopit
Der Bezirk Dusit und der gleichnamige Dusit Zoo in Bangkok gehört sicher nicht zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten dieser Weltstadt. Er liegt etwas abseits in der Nähe des Alten Parlaments und ist zu Fuß nur mit einiger Mühe zu erreichen. Dabei gibt es in und auch um den Zoo eine Menge zu sehen. Der Zoo selbst kostet nur 50 Bath Eintritt und bietet vor allem asiatische Tiere. Besonderer Stolz sind die Krokodile und Affen. Tatsächlich ist es aber vor allem interessant die Thailänder bei Ihrer Freizeitgestaltung abseits der Touristenwege zu beobachten. Zusammen mit ihnen im großen Foodcourt zu essen und mit der Bimmelbahn durch den Zoo zu fahren.

Der Foodcourt ist die größte Herausforderung, da es weder englische Beschreibungen gibt, noch irgendeiner der Bediensteten der englischen Sprache mächtig ist. Also muss man sich mit Händen und Füßen verständigen um etwas zu essen zu bekommen. Dabei muss man seine deutschen Hygienegewohnheiten erst einmal etwas runter schrauben. Denn Fleisch ist in jedem Gericht vorhanden und Kühlschränke gibt es offensichtlich keine, trotz 35 Grad Außentemperatur. Na ja die Fliegen werden es schon sauber halten… Mir hat es auf jeden Fall geschmeckt.

Die Gegend rund um den Zoo trägt denselben Namen (Dusit) und ist die Grünste in ganz Bangkok. Es gibt eine ganze Ansammlung unbekannter Wats. Diese sind zum Teil sehr liebevoll angelegt, mit kleinen Bächen und Seen. Ganz anders als die eher kleinen und engen Wats in Banglampoo. Besonders das Wat Benchamabopit mit seinen Pavillons am Wasser ist sehr sehenswert.
Der Dusit Palast (Phra Ratchawang Dusit), der kleine Bruder des großen , ist nach der Vorlage der europäischen Paläste und Schlösser gestaltet und bricht doch sehr mit der bekannten Optik anderer Thaipaläste. Dafür ist die Anlage um einiges weitläufiger und damit auch an heißen Tagen gut zu besuchen.
Krokodil im Zoo Bangkok

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Der singende Kellner

In Reisetipp on 15. Juni 2009 at 3:44 pm

Hard Rock Cafe

Reisetipp

Jack Baerow hat mich wieder an eine Anekdote erinnert. Ein der ersten viralen Marketingkampagnen ist ja das „Hard Rock Cafe StadtYX“ T-Shirt. Und selbstverständlich war auch ich als Globetrotter bereits in dem ein oder anderen Hard Rock Cafe dieser Welt. Zum Beispiel in Myrtle Beach, South Carolina. Dort hat das HRC die Form einer riesigen Pyramide. Geht man hinein wird man erstmal empfangen und wird an den Tisch gebracht. Bei unserem Besuch hatte sich der Empfangschef mit uns einen kleinen Scherz erlaubt. Wir sollen unbedingt nach „Andrew’s Special“ fragen, sobald unser Kellner kommt, raunte er uns ins Ohr. Offensichtlich hatte dieser Andrew nämlich eine Wette gegen den Empfangschef verloren. Wir folgten der Anweisung und siehe da, Andrew brach in lauten Gesang aus und tanzte den Snoopy Dance neben unserem Tisch. Man stelle sich das mal in einem deutschen Restaurant vor. In den USA endete es übrigens in spontanem Applaus!

Insider Tipp

Jack Baerow war im Hard Rock Cafe in München. Das liegt zwar direkt am Platzl, gegenüber dem Hofbräuhaus, aber das Essen ist wirklich lecker und sehr amerikanisch. Unbedingt empfehlen kann ich die Hot Wings, in der Hot Variante. Eingelegt in Tabasco Kein Must See ín Müchen, aber durchaus eine ernst zunehmende kulinarische Alternative im Zentrum

Straße der Krabben

In Reisetipp, Weltreise on 5. Juni 2009 at 10:31 am

Krabben in Auslage in San Francisco
Der Pier 39 in San Franciscos Hafen ist berühmt. Unter dem Namen Fisherman’s Wharf bekannt, siedelten hier anfang des 20. Jahrhunderts italienische Fischer und noch bis zum zweiten Weltkrieg wurde der Pier von Fischern genutzt. Der gesamte Hafen San Franciscos gehörte mal zu den größten der USA, bis die Piers und Fahrrinne zu klein für die großen Containerschiffe wurden, die nun Oakland auf der gegenüberliegenden Seite der Bay ansteuern. Nun ist der Fisherman’s Wharf eine Touristenattraktion, voller Geschäfte und ohne Charme oder Herz. Einzig alleine die bekannten Robben direkt am Pier sind charmant, scheren Sie sich doch weder um Ausflugboote oder Touristen. Sie haben sich dort einfach angesiedelt.

Reisetip

Geht man ein paar Meter Richtung Ghiradelli’s und Strand, nehmen die Touristenmassen plötzlich aus unerfindlichem Grund ab. Und man betritt einen Straßenzug, der doch sehr an Honkong oder Bangkog erinnert. Garküchen mit vollgestopften Auslagen und kleine offene Restaurants drängen sich nah aneinander. Angeboten wird frischer Fisch und Krabben, sowie der berühmte Clam Chowder. Diese Krabben und Fischsuppe wird in einem ausgehöhlten Brot serviert. Aus jeder Ecke dringt der Duft frisch angebratenen Knoblauchs, der zu den großen roten Dungen Krabben gereicht wird.

Die Straße der Krabben

Wenige Schritte weiter erreicht man schon das Ende dieser anderen Welt. Aber man ist ja in San Francisco. Schnell in die Straßenbahn (nicht Cable Car…) und man kommt nach Chinatown…..

Gegen den Wind

In Reisebericht on 31. Mai 2009 at 12:47 pm

Nebel in Chicago
Sie wird die Stadt des Windes genannt: Die „windy City“ Chicago. Sie liegt an der Grenze zu jener Mitte des Landes, die abschätzig der „mittlerer Westen“ genannt wird. Weder Westen noch Mitte, ganz bestimmt nicht Osten. Wir Deutschen schauen auf Nebraska und Kansas in Mitten dieses riesigen Landes und wundern uns über den Menschenschlag dort. Genauso geht es den Amerikanern an den Küsten, in den berühmten Metropolen New York, Los Angeles, San Francisco, Miami und Boston. Dass das unscheinbare Chicago die drittgrößte Stadt des Landes ist, wissen nur die wenigsten. So findet man auch eine Stadt voller Komplexe die nur darauf besessen ist, es allen anderen Städten der USA zu beweisen, wie gut man eigentlich ist.

Reisebericht

Beim Football gucken auf Kauai in Hawaii unterhielt ich mich längere Zeit mit Paul, einem Journalisten. Er reist seit Jahren der NFL, der amerikanischen Football Liga, hinterher und berichtet über die Spiele. Er war schon in jeder der 32 Städte der USA, die groß genug sind um ein Football Team zu haben. Seit einigen Jahren hat er sich auf Kauai niedergelassen, eine der kleineren Inseln des Hawaiianischen Archipels. Und wenn er sagt, die Menschen in Chicago wären im zu Kleinstädtisch, dann hat das was zu bedeutet. Wie kann das sein, bei 8,7 Millionen Einwohnern?
Bei näherer Betrachtung stellt sich aber heraus, dass Paul selbst eher kleingeistig ist. Er stammt aus irgendeinem Kaff in Montana. Seine durchaus rassistischen Kommentare über die dunkelhäutigen Trainer im Football lassen mich dann auch plötzlich schnell verstummen und ich habe kein Interesse mehr mich mit ihm zu unterhalten. Ich habe mal über solche Siedlungen in den USA gelesen: „Kleine Dörfer führen zu kleinen Geistern“. Bei Paul passte dies absolut.
Chicago dagegen ist keine Weltstadt wie New York, kein edles Kleinod wie Boston und kein Molloch wie LA. Chicago ist einfach eine große echte Arbeiterstadt. Aus allen Herren Ländern gibt es hier Menschen, die hart arbeiten und damit die Stadt zu einem industriellen Zentrum der USA gemacht haben. Das verdiente Geld fließt in die Kultur und die Freizeitangebote der Stadt. Deswegen verwundert es nicht, dass die drittbekannteste Luxusshoppingmeile in Chicago zu finden ist. Die Magnificent Mile ist zudem wesentlich länger und imposanter als der winzige Rodeo Drive in LA. Man kann in millionen Variationen Essen gehen, vom Italiener der Sich mit der Verwandtschaft zu Al Capone brüstet, bis hin zum hochpreisigen Signature Room im 95 Stock des John Hankock Center weit über der Magnificent Mile. Man muss Moate vorher reservieren um hier dinieren zu dürfen. Dafür sind sowohl die Aussicht, als auch das Essen und die Preise grandios. Die Preise eher im Sinne von grandios hoch. Dennoch habe ich es nicht bereut dort viele viele Dollar gelassen zu haben.
Chicago Hochbahn im Regen
Südlich im South Loop District wird es dunkel und laut. Die Hochbahn rattert und quitscht oberhalb von Straßen in denen nie die Sonne scheint. Dicke Polizisten stolzieren breitbeinig in den nächsten Donut Schuppen und Geschäftsleute stemmen sich mit wehenden Krawatten in den Wind. Eine ganz besondere Stadt dieses Chicago. Und vor allem auf jeden Fall eine Reise wert!

Menschen in einem weiten Land

In Reisebericht on 10. April 2009 at 3:34 pm

Highway Nr 12 in Utha

Reisebericht

Utha ist einer der seltsamsten Orte auf dieser Welt. Voller Wüste, Weite, Bergen und grünen Wiesen. Rote Canyons, von den Urgewalten Wasser und Wind aus dem weichen Sandstein geschnitten, bilden seltsame Formationen, messerscharfe Kanten und himmelshohe Bögen. Die Wunder der Natur im Arches National Park, im Zion Canyon oder im Bryce Canyon gehören zu den beeinduckensten in der ganzen Welt. Doch das Land darum ist leer. Der Bryce Canyon, eine Ansammlung von Gesteinsformationen in Form von Amphitheatern ist sehenswerter als die Zugspitze in Deutschand, doch während sich dort ganze Ortschaften dem Tourismus verschrieben haben und Bettenburg nach Bettenburg gebaut wurde, gibt es am Bryce Canyon genau zwei winzige Hotels. Das Ruby´s Inn mit Tankstelle und Touri Supermarkt und die Bryce View Lodge gegenüber.
Ein wenig die Straße runter in Richtung Highway steht mitten im Nirgendwo ein Diner. Zwei bis drei Gäste verirren sich am Abend vieleicht dorthin. Country Musik und Kunsstoff überzogene Sessel erwarten den Gast. Der Blick aus dem Fenster geht über die angrenzenden Hügel hinweg. Ein endloser Blick in die Leere eines viel zu großen Landes. Die Karte ist amerikanisch, der Koch kommt aus dem Ausland. Philippinen oder so, wohl eine der vielen „illegal Immigrants“. Wie ist er dort gelandet? Man verlässt seine Heimat, geht nach Amerika, und landed mitten in Utha. Keine Stadt, keine Siedlung, nur ein paar einsame Häuser.
Die Burger sind mächtig und lecker. Der Mann versteht sein Handwerk. Vieleicht war es eine Stellenanzeige. Gesucht Koch, ruhiger Arbeitsplatz, Auto benötigt.

Unterhalb des Bryce Canyon liegt auch ein Nationalpark der Grand Staircase-Escalate Nationalpark. Es gibt keine befestigte Straße die wirklich hindurch führt. Aber dort wohnen Menschen. Abseits der Dirt Roads, kleiner Sand und Schotterstraßen stehen Häuser. Manchmal nur verraten durch einen Briefkasten an der „Straße“. Lebt hier auch unser Koch? Und war es das Leben, dass er wollte, als er seine Heimat verlassen hat? Wir werden es nie erfahren. Ich konnte ihn nicht fragen. Aber es sind Geschichten wie solche, die einen Neugierig machen, die einen Reisen lassen.
Grand Staircase Escalante National park Utha, USA