weltreiselust

Posts Tagged ‘Städtereisen’

Reisetipp: Winter in New York

In Reisetipp on 23. Februar 2011 at 1:32 pm

Schnee am Times Square New York, USA

New York gilt ja vor allem als klassisches Frühlings und Weihnachtsziel. Im Sommer wird es so heiß, dass man um frische Luft zu bekommen in ein klimatisiertes Hochhaus gehen muss. Und im Winter wird es so kalt, dass man kaum einen Fuß vor die Tür setzen kann. Tatsächlich stimmt das aber nicht so ganz. Auch wenn es phasenweise sehr kalt in New York im Winter wird, sinkt die Temperatur nur im Dezember im Schnitt unter 0 Grad. Und gerade dann ist New York extrem beliebt bei all den Christmasshoppern die einen Pulli im Bloomingdales kaufen wollen, den es im Oberpollinger München auch gibt.

Gerade der Monat November und der Februar sind dabei sehr gute Reisemonate für Sparfüchse. Die Flüge werden deutlich billiger und die Temperaturen liegen in der Regel oberhalb von Null Grad. Der Februar hat nur 10 Regentage und da schneit es meistens. Selbst der heiße Juli kommt in New York auf 10 Regentage. Verantwortlich für den zahlreichen Niederschlag ist die Lage am Meer.
Schnee im Central Park, New York, USA

Der Winter hat aber klare Vorteile. Weniger überlaufene Touristenattraktionen, weniger Kosten für Flüge und Hotels und vor allem weniger Touristen. Ein ruhiger Central Park, tief verschneit. Glasklare Winterluft und duftende Magnolia Cupcakes. Selbstverständlich ist es kalt, aber ein Coffee House an jeder Ecke lädt zum aufwärmen ein. Sales an jeder Ecke machen das Einkaufen wesentlich interessanter als rund um Weihnachten. Die Broadway Shows sind nicht immer ausverkauft und in der „City“ trifft man New Yorker mit denen man sich sogar mal unterhalten kann. Sei es in der kleinen Pizzeria um die Ecke, oder der Kebap Verkäufer an der Straße. Im Winter erscheint New York freundlicher.

Also noch ist Zeit für einen Kurztrip!

Advertisements

Sommer in der goldenen Stadt

In Reisebericht, Reisetipp on 2. Februar 2011 at 3:15 pm

Prager Straßenmusikant - Reisebericht

Prag, die Hauptstadt der Tschechischen Republik, hat in den letzten Jahre einen bedeutenden Wandel durchgestanden. Von einem osteuropäischen Kleinod zur mitteleuropäischen Metropole. Wer in den 90’er Jahren in Prag war erinnert sich an eine Reise voller Gegensätze. Alte Pracht neben modernen Abgrund. Plattenbau trifft Jugendstil. Ruß trifft Restauration. Armut trifft Aufbruch.

Heute hat sich die Stadt deutlich verändert. Die Armut ist nicht mehr spürbar. Nicht weil es sie in Tschechien nicht mehr gibt, aber nur noch Menschen mit Geld können sich die Stadt leisten. Umbruchverlierer wurden aus der Stadt weg-restauriert. Sanierte Jugendstilhäuser säumen die baumbestandenen Alleen entlang der Moldau. Straßenmusikanten erfreuen die zahlreichen Touristen in den Fußgängerzonen und auf Hochglanz polierte Ausflugsboote zuckeln über den breiten Fluss. Frühjahr und Herbst bringen Massen von Touristen, die die Karlsbrücke verstopfen und Souvenirs kaufen.

Straßenzüge in Prag im Jugendstil
Im Hochsommer, wenn sich brütende Hitze über Prag senkt, verlangsamt sich auch der Puls der Stadt. Die Touristen beschränken sich auf die zentralen Sehenswürdigkeiten oder fahren lieber ans Meer. Die Straßenverkäufer verstecken sich unter riesigen Sonnenschirmen und viele der schönen Ecken der Stadt gehören wieder den Tschechen und nicht den Amerikanern. Ein Spaziergang von der Ecke Štefánikova/Holečkova durch den Kinského Park bis zur Prager Burg führt unter schatten spendenden Bäumen hindurch, an einem Kloster vorbei durch Wiesen mit Apfelbäumen, in denen schon Kafka Erlösung von seinen gequälten Gedanken fand. Ausblicke auf die glänzenden, goldenen Dächer der Stadt laden zum verweilen ein. Und wenn man dann an der Burg ankommt, lohnt es sich, statt rechts zur Burg mal links zu gehen. Über den großen Platz und an der Kirche rechts. Kleine Gassen (Nový Svět) und verschwiegene Restaurants (zum Beispiel das golden Tree) sind ein echter Geheimtipp.

Blick auf die Prager Burg

Prag ist immer eine Reise Wert, aber gerade im Sommer lohnt es sich der goldenen Stadt einen Besuch abzustatten.

Gegen den Wind

In Reisebericht on 31. Mai 2009 at 12:47 pm

Nebel in Chicago
Sie wird die Stadt des Windes genannt: Die „windy City“ Chicago. Sie liegt an der Grenze zu jener Mitte des Landes, die abschätzig der „mittlerer Westen“ genannt wird. Weder Westen noch Mitte, ganz bestimmt nicht Osten. Wir Deutschen schauen auf Nebraska und Kansas in Mitten dieses riesigen Landes und wundern uns über den Menschenschlag dort. Genauso geht es den Amerikanern an den Küsten, in den berühmten Metropolen New York, Los Angeles, San Francisco, Miami und Boston. Dass das unscheinbare Chicago die drittgrößte Stadt des Landes ist, wissen nur die wenigsten. So findet man auch eine Stadt voller Komplexe die nur darauf besessen ist, es allen anderen Städten der USA zu beweisen, wie gut man eigentlich ist.

Reisebericht

Beim Football gucken auf Kauai in Hawaii unterhielt ich mich längere Zeit mit Paul, einem Journalisten. Er reist seit Jahren der NFL, der amerikanischen Football Liga, hinterher und berichtet über die Spiele. Er war schon in jeder der 32 Städte der USA, die groß genug sind um ein Football Team zu haben. Seit einigen Jahren hat er sich auf Kauai niedergelassen, eine der kleineren Inseln des Hawaiianischen Archipels. Und wenn er sagt, die Menschen in Chicago wären im zu Kleinstädtisch, dann hat das was zu bedeutet. Wie kann das sein, bei 8,7 Millionen Einwohnern?
Bei näherer Betrachtung stellt sich aber heraus, dass Paul selbst eher kleingeistig ist. Er stammt aus irgendeinem Kaff in Montana. Seine durchaus rassistischen Kommentare über die dunkelhäutigen Trainer im Football lassen mich dann auch plötzlich schnell verstummen und ich habe kein Interesse mehr mich mit ihm zu unterhalten. Ich habe mal über solche Siedlungen in den USA gelesen: „Kleine Dörfer führen zu kleinen Geistern“. Bei Paul passte dies absolut.
Chicago dagegen ist keine Weltstadt wie New York, kein edles Kleinod wie Boston und kein Molloch wie LA. Chicago ist einfach eine große echte Arbeiterstadt. Aus allen Herren Ländern gibt es hier Menschen, die hart arbeiten und damit die Stadt zu einem industriellen Zentrum der USA gemacht haben. Das verdiente Geld fließt in die Kultur und die Freizeitangebote der Stadt. Deswegen verwundert es nicht, dass die drittbekannteste Luxusshoppingmeile in Chicago zu finden ist. Die Magnificent Mile ist zudem wesentlich länger und imposanter als der winzige Rodeo Drive in LA. Man kann in millionen Variationen Essen gehen, vom Italiener der Sich mit der Verwandtschaft zu Al Capone brüstet, bis hin zum hochpreisigen Signature Room im 95 Stock des John Hankock Center weit über der Magnificent Mile. Man muss Moate vorher reservieren um hier dinieren zu dürfen. Dafür sind sowohl die Aussicht, als auch das Essen und die Preise grandios. Die Preise eher im Sinne von grandios hoch. Dennoch habe ich es nicht bereut dort viele viele Dollar gelassen zu haben.
Chicago Hochbahn im Regen
Südlich im South Loop District wird es dunkel und laut. Die Hochbahn rattert und quitscht oberhalb von Straßen in denen nie die Sonne scheint. Dicke Polizisten stolzieren breitbeinig in den nächsten Donut Schuppen und Geschäftsleute stemmen sich mit wehenden Krawatten in den Wind. Eine ganz besondere Stadt dieses Chicago. Und vor allem auf jeden Fall eine Reise wert!

Oasen in Hektik

In Uncategorized on 11. Mai 2009 at 4:18 pm

Badenburgsee am nymphenburger Schloss in München im Herbst
Nach Hawaii und dem Jemen erscheint es banal sich mit heimischen Zielen zu beschäftigen. Aber für den kurzen Wochenendtrip muss und kann man ja nicht immer in die Ferne fliegen.

Reisetip

Eines der lohnenswertesten Ziele ist dabei sicherlich München. Diese 1,4 Millionenstadt hat mit dem zweifelhaften Image zu kämpfen die Snobhauptstadt der Republik zu sein. Gleichzeitig trägt man am Volksmusikbalast doch schwer.
Abseits der ausgetretenen Pfade, also dort wo wir Individualreisenden uns am liebsten bewegen, findet man aber ganz viel Leben und noch mehr Gemütlichkeit. Während also die Busladung Japaner in den Autobahnraststätten-Biergarten am Chinesischen Turm im Englischen Garten pilgert, sitzt der Münchner ganz woanders um sein Bier zu genießen.Und wer wäre ich, wenn ich solche Geheimtipps meiner Heimatstadt nicht weiter geben würde! Heute also das oft vergessene München-Nymphenburg.
Der Nymphenburger Schloßpark gehört zu den schönsten Parkanlagen, die ich je gesehen habe. In der Mitte, direkt hinter dem Schloss findet sich ein sauber angelegter Zierpark, wie ihn jedes Schloss der Welt sein eigen nennt. Nimmt man allerdings den Eingang auf der ganz linken Seite und hält sich dann wieder links, dann kommt man in die Teile des Parks, die nur Einheimische kennen. Denn die auch hier üblichen Touristenmassen verirren sich selten in die tiefer im Park gelegenen Regionen, sondern bleiben im Zierpark und bei Problembär Bruno im Schlossmuseum.
Hällt man sich also links, so kommt man bald an eine kleine Siedlung an einem Stauwehr. Folgt man dem dort vorbeiführenden Kanal, so kommt man zum Badenburgsee. Hier finden sich unter alten Bämen zahlreiche Sitzgelegenheiten. Gerade im Herbst eine absolute Augenweide. Und schnell vergisst man, dass man sich Mitten in einer Millionenstadt befindet.
Während also langsam die Sonne untergeht und die Blätter rot färbt, wünscht man sich vielleicht zurück unter Menschen. Verlässt man den Park also dort, so man ihn betreten hat und hällt sich rechts, so kommt man in die Hirschgartenallee. Folgt man dieser Straße für ca 500m, so endet Sie in einem der schönsten und dem größten Biergärten Münchens, dem Hirschgarten. Hier findet man echtes Biergartenflair. Keine besoffenen australischen Touristen, keine Schulklassen und keine Seniorentouren. Den Bierkrug spült man gefälligst selbst und wer ein „Weizen“ statt ein Weißbier bestellt, wird nicht bedient…..
Am Ende des Tages spaziert man noch durch Lachnergasse und Co und freut sich über die Prachtvollen Jugendstilvillen in denen man selbst nie wohnen wird, da hier unter 1,5 Millionen nichts zu holen ist. Sollte doch ein Leser zu denen gehören, die sich das leisten können…dieser Blog braucht noch einen Mäzenen. Alle anderen dagegen werden wohl eher in die U-Bahn Richtung Hotel steigen und froh sein auf diesen Blogger gehört zu haben und München einmal „richtig“ erlebt zu haben.

BHirschgarten Biergarten in München