weltreiselust

Kampf der Natur

In Reisebericht on 18. August 2009 at 12:17 pm

Eine Reise mit dem Zelt ist eine wunderschöne Sache. Wenn man wir ich das Zelt in einem Pinienhain aufstellt und vor dem Zelt sitzend den Sonnenuntergang über den sanften Hügeln der Toskana beobachtet….wunderschön.
Nach dem Sonnenuntergang liest man ein wenig und legt sich ins Zelt um in den wohlverdienten Schlaf zu gleiten. Und nur wenige Sekunden später verflucht man das Zelten, den Sommer, die Toskana und vor allem die Natur.
Da sitzt diese verdammte Grille, offensichtlich direkt neben dem Zelt und zirpt sich die nicht vorhandene Lunge aus dem Laib. Egal welches ruhige Plätzchen ich mir ausgesucht habe, diese verfluchte Grille folgte mir durch ganz Italien.
Egal ob mein Kopf nach Norden, Süden oder Westen ausgerichtet war, die liebe Grille saß direkt neben meinem Ohr. Und nein nicht etwa ein schöner Chor von Grillen die im hohen Gras saßen, nein eine einzelne Grille verfolgte mich.

Nach kurzem Hoffen, das sich dieses mal eine weibliche Grille erbarmen möge dieses einzelne, einsame und unbeschreiblich laute Tier zu besuchen und dem zirpen ein Ende zu bereiten. Nach weiteren fünf Minuten hofft man auf einen Vogel, der angelockt vom unbändigen Geschrei der Grille dem Leben dieses Tieres ein Ende bereitet. Nach nochmals 5 Minuten ist es das eigene Geschrei, das das Tier verjagen soll. Wenn man dann laut fluchend mit Taschenlampe bewaffnet um das Zelt stolpert, jede Nacht aufs neue über die Abspannungen fällt, dabei Heringe herausreist, die Taschenlampe im hohen Gras verliert, dann verflucht man das Zelten.

Es sind 5 Tage vergangen. Die Grille heist jetzt Edgar und wird freundlich, einem Freitag aus Robinson Cruso gleich, in die Konversation aufgenommen. „Alles klar Edgar?“ – „Zirp“, „Super“, „Zirp“. Der Frieden wurde gefunden, das Zirpen ist ein Teil des Einschlafrituals. Sanftes zirpen, dank Oropax. Reisen mit dem Zelt ist doch was schönes. Und wenn man dann mit Edgar vor dem Zelt sitzt und den Sonnenuntergang beobachtet, das liebt man die Natur wieder. Bis Max kommt – Max der verfluchte Moskito…..

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