weltreiselust

Das echte Leben

In Reisebericht on 13. April 2009 at 7:12 pm

Highway in South Carolina
Der Süden der USA ist anders als die touristisch bekannten Staaten wie Californien, Nevada oder Connecticut. South Carolina ist ein sumpfiger Küstenstreifen und ein bewaldetes Hinterland. An der Küste liegen ein paar touristischer geprägte Orte, wie Myrtle Beach oder Charleston. Aber bereits wenige Meilen landeinwärts beginnt die große Provinz. Startet man im bekannten Golferort Myrtle Beach und folgt dem Highway 17 Richtung Westen, so kommt man nach Conway. Ein Highway – eine Stadt. Wer auf dem Highway steht, sieht alle Häuser. Dahinter biegen Dirt Roads ab. Dort lebt der „White Trash“, echte „Rednecks“ in abgewrakten Trailerparks. Die Menschen dort haben nicht viel vom Leben bekommen und auch nichts mehr zu erwarten. Außer dem gelegentlichen Dosenbier und ausufernden Rassismus.
Die Lage der schwarzen Bevölkerung ist in South Carolina so wie in vielen anderen Bundesstaaten. Man bekleidet überwiegend niedere Posten und man fährt Bus. Ich stieg auch in so einen Bus ein, mehr als einmal. Fast immer war ich der einzige Weiße in diesem Bus. Bis auf eine Krankenschwester, die auch damit zur Arbeit fuhr. Die Busse waren alt und fuhren nur sehr unregelmäßig. Zu selten um als akzeptables Nahverkehrsmittel zu gelten. Dann stand man dort und wartete. Und einigte warteten nur um zum nächsten Job zu fahren.
Reich und Arm ist dieser Staat. Neben den Trailerbesitzern und Busfahrenden blüht der Golftourismus. Und wer sich niederlassen will um nur noch dem Hobby zu frönen, der kauft ein Haus in einer bewachten Wohnanlage. Mit Schranke und Wachschutz. 30 Häuser sind eine Neighborhood. Rund herum nur Wald. Ein paar Kilometer weiter die nächste Siedlung, verbunden nur über den Highway. Das nennt man dann Stadt. Immer wieder ein Golfplatz. Über hundert nur rund um Myrtle Beach.
South Carolina ist aber auch ein buntes Land, voller Blumen und riesigen Schmetterlingen. Es duftet nach Zedern und sehr oft nach der guten Südstaatenküche. Einflüsse aus der indianischen, afrikanischen und kreolischen Küche mischen sich zu einem würzigen und erstaunlich gesunden bunten Mischmasch. Die erhaltenen Relikte aus der Kolonialzeit bieten die wenigen bekannten touristischen Höhepunkte, meist entlang der wunderschönen einsamen Strände. Inländische Städte wie Florence sind absolut unbekannt, doch durchaus sehenswert. Es ist halt das echte amerikanische Leben, abseits der Hollywoodwelt. Es ist wie Bielefeld. Aber es lohnt sich anzuschauen, um zu sehen wie die Welt wirklich aussieht, in einem Land von dem man denkt man kennt es.

Brücke

  1. Tolles Foto und unglaublich toll beschrieben. Das weckt wirklich Reiselust, man möchte es am liebsten selbst erleben und nachempfinden… Du hast einen wunderbaren Blog, liebe Grüße – Kessi

  2. Hallo Kessi,

    danke. Es freut mich, wenn dir mein Blog gefällt. Ich hab noch eine Menge mehr zu erzählen.

    Gruß
    Weltreiselust

  3. …ja das ist wahr, Dein Blog ist wirklich eine einzige Weltreise :-)), ich denke, Du hast einen neuen Stammgast hier!

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